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ssh-jumphost/README.md
2026-08-20 10:43:19 +02:00

14 KiB

Jumphost Gateway — Implementierung

Umsetzung des Konzepts Jumphost_Konzept.md (v0.2): browserbasiertes SSH/RDP-Gateway mit TOTP-Pflicht, Gruppen-/Hostgruppen-RBAC, manipulationssicherem Audit-Log, SQLite/Python-Backend, browserbasierter Admin-Oberflaeche und Ansible-Deployment (mit/ohne nginx, mehrere TLS-Modi).

Verzeichnisstruktur

app/                Backend (FastAPI, Python 3.11+)
  security/          Crypto, Passwoerter, TOTP, Sessions, Audit-Hash-Chain, AV-Scan, API-Tokens
  auth/               Login-Flow, RBAC-/Token-Dependencies
  admin/               Admin-API (User/Gruppen/Hosts/Hostgruppen/Rollen/SSH-Keys/API-Tokens)
  catalog/              Sicht fuer normale Nutzer (direkt und ueber Gruppen zugewiesene Hosts)
  ssh_proxy/             SSH-Terminal-WebSocket + SFTP-Filetransfer
  rdp_proxy/               Guacamole-Protokoll-Tunnel zu guacd
  recordings/                Hash-verkettete Session-Aufzeichnung
  db/                          SQLite-Migrationen (0001-0005, laufen automatisch beim Start)
static/, templates/      Frontend (Vanilla JS, xterm.js, guacamole-common-js, Admin-Oberflaeche, API-Doku)
scripts/                   Betriebs-/Hilfsskripte (Admin anlegen, Assets bauen)
ansible/                     Deployment (Rollen, systemd-Unit-Templates)
tests/                        pytest-Suite

Lokale Entwicklung / Ausprobieren

python3 -m venv .venv && source .venv/bin/activate
pip install -r requirements-dev.txt
bash scripts/fetch_frontend_assets.sh   # vendored xterm.js / guacamole-common-js

export JUMPHOST_ENV=development
export JUMPHOST_DATA_DIR=/tmp/jumphost-dev
export JUMPHOST_DEV_KEK=$(python3 -c "import secrets;print(secrets.token_hex(32))")
export JUMPHOST_DEV_SESSION_SECRET=$(python3 -c "import secrets;print(secrets.token_hex(32))")

uvicorn app.main:app --reload --port 8000
python scripts/create_admin.py --username admin   # in zweitem Terminal

Danach http://127.0.0.1:8000/ oeffnen, anmelden, TOTP einrichten (QR-Code scannen). Auf dem Dashboard erscheint fuer Admin-Konten oben rechts der Link "Admin-Bereich" (/admin) — darueber lassen sich Benutzer, Benutzergruppen, Hostgruppen/Hosts/SSH-Keys/RDP-Zugangsdaten, Rollenzuweisungen (direkt und gruppenweise) sowie API-Tokens vollstaendig ueber die Oberflaeche anlegen und verwalten; ein manueller Umweg ueber die rohe JSON-API ist dafuer nicht mehr noetig. Fuer RDP muss zusaetzlich ein laufender guacd erreichbar sein (siehe JUMPHOST_GUACD_HOST/_PORT).

Die SQLite-Migrationen 0004 (user_groups) und 0005 (api_tokens) werden beim naechsten Start automatisch angewendet (app/db.py, _apply_migrations) — kein manueller Migrationsschritt noetig, auch nicht bei einem bestehenden Datenbestand.

Admin-Oberflaeche, Gruppen-RBAC, API-Tokens und API-Dokumentation

In dieser Session wurde die bis dahin nur per JSON-API bedienbare Verwaltung um eine vollstaendige, CSP-konforme Web-Oberflaeche unter /admin erweitert (templates/admin.html, static/js/admin.js), erreichbar nur fuer Admin- Konten. Tabs: Benutzer, Benutzergruppen, Hosts & Verbindungen (inkl. Connection-Anlage: Hostgruppe, Host, SSH-Key bzw. RDP-Zugangsdaten in einem Formular), Rollen, API-Tokens, Audit-Log.

Gruppen-RBAC (Migration 0004_user_groups.sql): Neu sind Benutzergruppen (user_groups/user_group_members) als Teams von Personen, unabhaengig von den bestehenden Hostgruppen (Server-Gruppen). Eine Rolle kann einer Benutzergruppe auf eine Hostgruppe gewaehrt werden (group_hostgroup_roles) — das ist das "Sharen einer Verbindung mit einer Gruppe". Es gilt volle Rollen-Vererbung: jedes Mitglied einer Gruppe hat automatisch alle Rollen, die dieser Gruppe gewaehrt wurden, zusaetzlich zu seinen individuell zugewiesenen (user_hostgroup_roles, unveraendert bestehen geblieben). app/rbac.py::user_has_role() prueft dafuer beide Zuweisungswege (UNION-Query); app/catalog/routes.py (Host-Liste fuer normale Nutzer) beruecksichtigt beide ebenso.

API-Tokens (Migration 0005_api_tokens.sql, app/security/api_tokens.py): Jeder Admin kann unter dem Tab "API-Tokens" persoenliche Tokens erzeugen (Authorization: Bearer <token>), mit granularen Read/Write-Scopes pro Ressource (z. B. hosts:ro, hosts:rw, users:ro, groups:rw, ... vollstaendige Liste unter GET /admin/scopes). Tokens werden nur gehasht gespeichert (Klartext ist nur einmal direkt nach dem Anlegen sichtbar) und koennen jederzeit widerrufen werden. app/auth/deps.py::require_admin_or_scope() akzeptiert entweder eine gueltige Admin-Session (Cookie, wie bisher) oder einen Token mit passendem Scope — niemals beides vermischt: sobald ein Authorization-Header vorhanden ist, wird ausschliesslich er geprueft, ein evtl. noch gueltiges Session-Cookie wird dabei ignoriert. Aus Gruenden der Rechte-Eskalation sind die Token-Verwaltungs-Endpunkte selbst (/admin/tokens/*) bewusst nicht per Token nutzbar, sondern ausschliesslich per Admin-Session (require_global_admin) — ein geleaktes Token kann also nie weitere Tokens anlegen, auflisten oder widerrufen. Tokens sind ausschliesslich fuer die Management-API vorgesehen; SSH-/RDP-/SFTP-Sitzungen bleiben Session-Cookie-authentifiziert.

API-Dokumentation (/docs, /openapi.json): Nur fuer eingeloggte Admins sichtbar (Depends(require_global_admin) auf beiden Routen in app/main.py) — das bestehende Haertungskonzept, /docs//redoc//openapi nicht oeffentlich per FastAPI-Default auszuliefern (docs_url=None, redoc_url=None, openapi_url=None), bleibt unangetastet. Die Ansicht selbst (templates/api_docs.html, static/js/api-docs.js) ist bewusst kein vendored/CDN-bezogenes Swagger-UI-Bundle, sondern ein selbstgebauter, CSP-konformer Viewer ohne jede Laufzeit-Abhaengigkeit zu Drittanbietern: er liest /openapi.json per fetch() (credentials: "same-origin") und rendert Endpunkte gruppiert nach Tag, ausschliesslich per document.createElement/textContent (kein innerHTML, keine Inline- Styles/-Scripts, siehe tests/test_csp_compliance.py).

Tests

pytest -q

46 Tests (vorher 27) decken ab: Argon2id/TOTP-Grundfunktionen, Audit-Hash-Chain (inkl. Manipulationserkennung und Trigger-Durchsetzung), RBAC-Logik inkl. Ablaufdaten, den vollstaendigen Login-Flow (Passwort -> TOTP-Enrollment -> Session-Cookie -> geschuetzte Endpunkte) gegen die echte FastAPI-App, 17 dedizierte Security-/Pentest-Tests (tests/test_pentest_security.py), 5 CSP-Regressionstests (tests/test_csp_compliance.py, inkl. /admin und /docs) sowie 14 neue Tests zu Gruppen-RBAC-Vererbung, Admin-Oberflaeche und API-Tokens (tests/test_admin_groups_tokens.py): Rollen-Vererbung ueber Gruppenmitgliedschaft, dass Gruppenrollen NICHT auf Nicht-Mitglieder wirken, Admin-only-Durchsetzung fuer alle neuen Endpunkte, Token-Scope-Durchsetzung (read/write/implizites read-bei-write/widerrufen/abgelaufen/unbekannter Scope), dass ein Token niemals andere Tokens verwalten kann (Rechte- Eskalationsschutz), sowie Admin-Gating von /docs und /openapi.json. Details, Vorgehen und Ergebnisse der urspruenglichen 27 Tests: siehe Pentest_Report.md.

Hinweis: Die 19 in dieser Session neu hinzugekommenen Tests (5 CSP + 14 Admin/Gruppen/Token) konnten in der verwendeten Cloud-Sandbox nicht mit pytest -q ausgefuehrt werden, da diese Sandbox keinen Netzwerkzugriff auf PyPI hat und fastapi/aiosqlite dort nicht vorinstalliert sind. Stattdessen wurden alle neuen/gaenderten SQL-Queries gegen eine echte sqlite3-Instanz mit allen 5 Migrationen (inkl. der beiden neuen) manuell durchgespielt, app/security/api_tokens.py und die neuen Pydantic-Schemas direkt importiert und mit echten Assertions verifiziert, und alle geaenderten Python-/JS-Dateien mit py_compile/node --check auf Syntaxfehler geprueft. Bitte pytest -q lokal ausfuehren und Ergebnis melden.

Manuell zusaetzlich verifiziert (siehe Entwicklungs-Log dieser Session): Server-Start, Static-/Template-Auslieferung, Security-Header, vollstaendiger Login+TOTP-Flow per curl, Admin-CRUD (Hostgruppe/Host anlegen), Audit-Log- Chain-Verifikation per /admin/audit-log/verify.

Security-Tests & Haertungs-Nachweis

  • SAST: bandit -r app -c .bandit.yml sowie pip-audit (Dependency-CVE- Scan) liefen zu Beginn dieser Implementierung sauber durch (0 Findings, 0 bekannte Schwachstellen) — Details inkl. vorher/nachher-Tabellen und der dabei gefundenen und gefixten Starlette-Regression in Pentest_Report.md. Fuer die in dieser Session neu hinzugekommenen Dateien (Admin-Oberflaeche, Gruppen-RBAC, API-Tokens) steht ein erneuter bandit/pip-audit-Lauf noch aus (keine neuen Fremdabhaengigkeiten hinzugekommen).
  • DAST: tests/test_pentest_security.py (17 Tests) sowie tests/test_admin_groups_tokens.py (14 Tests, s.o.) simulieren konkrete Angriffsmuster gegen die laufende ASGI-App.
  • OS-Haertung (CIS/STIG): die ansible/roles/os_hardening-Rolle wurde in einer frueheren Session um ~10 zusaetzliche Task-Dateien vertieft (Kernel-Module, sysctl, PAM/Passwort-Policy, erweiterte auditd-Regeln, AIDE, rkhunter, Banner, cron/at-Restriktion, Dateirechte/sudo-Logging, SSHD-Haertung). Vollstaendiges Mapping auf CIS-Controls inkl. bewusst nicht automatisierter Punkte (mit Begruendung, z.B. Partitionslayout, Bootloader-Passwort, Volltextverschluesselung, physische Sicherheit) und bekannter Einschraenkungen: ansible/roles/os_hardening/CIS_STIG_MAPPING.md.
  • Abhaengigkeiten sind in requirements.txt/requirements-dev.txt exakt auf gegen pip-audit gepruefte Versionen gepinnt (u.a. fastapi 0.141.1, starlette 1.6.0, cryptography 50.0.0) — bewusste Reproduzierbarkeits-/ Haertungsmassnahme, siehe Pentest_Report.md Abschnitt 2.

Deployment

cd ansible
cp inventory/production.ini.example inventory/production.ini   # anpassen
cp inventory/group_vars/jumphost_with_nginx.yml.example inventory/group_vars/jumphost_with_nginx.yml
ansible-vault encrypt inventory/group_vars/vault.yml   # vorher aus vault.yml.example befuellen
ansible-playbook -i inventory/production.ini site.yml --ask-vault-pass

enable_nginx_proxy und tls_mode (internal_pki / external_reverse_proxy / acme_public) steuern Proxy- und TLS-Verhalten, siehe Konzept Kap. 7.2/7.2a und ansible/inventory/group_vars/all.yml.

ansible-playbook site.yml --syntax-check laeuft sauber durch (in einer frueheren Session verifiziert); ein voller --check-Lauf gegen eine echte Testumgebung (inkl. apt, systemd, guacd-Paketverfuegbarkeit auf der Zieldistribution) steht noch aus. Ein Neustart des Dienstes (systemctl restart jumphost) reicht aus, damit die Migrationen 0004/0005 angewendet werden.

Was bewusst noch offen ist

Diese Implementierung ist ein funktionsfaehiges, getestetes und in einer frueheren Session per SAST+DAST geprueftes Grundgeruest, aber weiterhin kein fertig auditiertes Produktivsystem. Der vollstaendige Befund inkl. Methodik, Vorgehen und Restrisikobewertung steht in Pentest_Report.md — die dortige Abschnitt-4-Tabelle ("Restrisiko / vor Produktivbetrieb noch zu tun") ist die massgebliche, aktuelle Fassung dieser Liste. Kurzfassung:

  1. Echter Netzwerk-Penetrationstest gegen eine laufende Instanz (Portscan, TLS-Konfiguration live, Session-Isolation unter Last, Guacamole-Protokoll-Fuzzing) — in dieser Sandbox ohne Netzwerkzugriff auf ein reales Zielsystem nicht durchfuehrbar. Was stattdessen gemacht wurde: SAST (bandit, pip-audit) und ein DAST-Testlauf gegen die App im Prozess (17+14 Security-/Admin-Tests, siehe Pentest_Report.md bzw. oben).
  2. RDP/guacd-Integrationstest gegen echte Zielsysteme — die Guacamole-Protokoll-Implementierung (app/rdp_proxy/guacd_client.py) wurde gegen die Protokollspezifikation implementiert und die Handshake-Logik lokal auf Korrektheit der Kodierung geprueft, aber NICHT gegen einen laufenden guacd + FreeRDP + Windows-Ziel end-to-end getestet (keine RDP-Zielumgebung in dieser Sitzung verfuegbar). Parameter-Namen/-Reihenfolge sollten gegen die tatsaechlich eingesetzte guacd-Version verifiziert werden.
  3. Ansible-Rollout gegen ein reales Zielsystem (--check-Dry-Run und echter Rollout in einer Staging-Umgebung) — bisher nur ansible-playbook site.yml --syntax-check sowie YAML-/Jinja2-Parsing verifiziert, siehe ansible/roles/os_hardening/CIS_STIG_MAPPING.md.
  4. OpenSCAP-Compliance-Scan (oscap xccdf eval) gegen das zutreffende CIS/STIG-Profil — die os_hardening-Rolle wurde in einer frueheren Session um ca. 10 Task-Dateien vertieft (siehe CIS_STIG_MAPPING.md fuer das vollstaendige Mapping inkl. bewusst nicht automatisierter Punkte), ersetzt aber keinen zertifizierten Benchmark-Scan.
  5. Verteiltes Rate-Limiting — der aktuelle Login-Rate-Limiter ist In-Memory/Single-Process (siehe app/security/rate_limit.py); bei horizontaler Skalierung durch einen geteilten Store ersetzen.
  6. fail2ban-Filter setzt strukturierte Access-Logs mit client_ip=-Feld voraus, die die App aktuell nicht schreibt — vor Produktivbetrieb ein Access-Log-Middleware ergaenzen oder auf das Audit-Log umstellen.
  7. CSRF: SameSite=Strict-Cookies mindern das Risiko bereits deutlich; ein expliziter CSRF-Token fuer zustandsaendernde JSON-Requests ist als zusaetzliche Haertungsstufe vorgesehen, aber noch nicht implementiert.
  8. Alle in Konzept Kap. 12 genannten Erweiterungen (LDAP/AD, WebAuthn, PostgreSQL-Migrationspfad, Just-in-Time-Zugriff, HA) sind noch nicht umgesetzt.
  9. Social Engineering / physische Sicherheit / Lastest (DoS) wurden nicht getestet — ausserhalb des Scopes eines Code-/Konfigurations-Reviews in dieser Sandbox-Umgebung.
  10. API-Token-Rotation/-Ablaufrichtlinien: Tokens koennen zwar mit optionalem Ablaufdatum erzeugt und jederzeit widerrufen werden, aber es gibt noch keine erzwungene maximale Laufzeit, keine automatische Benachrichtigung vor Ablauf und keine "Token zuletzt benutzt vor X Tagen -> automatisch deaktivieren"-Routine.
  11. Ein erneuter bandit/pip-audit-Lauf ueber die in dieser Session neu hinzugekommenen Dateien (Admin-Oberflaeche, Gruppen-RBAC, API-Tokens) steht noch aus (siehe oben).